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Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina (bis Juli 2008 Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina) ist die älteste naturwissenschaftlich-medizinische Gelehrtengesellschaft in Deutschland und die älteste dauerhaft existierende naturforschende Akademie der Welt. Die nach Kaiser Leopold I. benannte Einrichtung wurde 1652 in Schweinfurt gegründet. Nach einem Beschluss der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern aus dem Frühjahr 2008[1] nimmt die Leopoldina seit dem 14. Juli 2008 die Aufgaben der deutschen Nationalen Akademie der Wissenschaften wahr.
Bearbeiten Geschichte
Titelblatt der von Andreas Elias Büchner verfassten Gedenkschrift zum 100. Geburtstag der Leopoldina im Jahr 1755
Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina wurde am 1. Januar 1652 in Schweinfurt von den Ärzten Johann Lorenz Bausch, Johann Michael Fehr, Balthasar Metzger und Georg Balthasar Wohlfahrt als private Gesellschaft gegründet. Ähnliche Gelehrtengesellschaften entstanden in Italien (Accademia Nazionale dei Lincei, 1603), England (Royal Society, 1660) und Frankreich (Académie des sciences, 1666). Die Kurzform Leopoldina rührt von Kaiser Leopold I. her, der per Dekret vom 7. August 1687 den offiziellen Namen Sacri Romani Imperii Academia Caesareo-Leopoldina Naturae Curiosorum festlegte. Durch Kaiser Karl VI. (1712) und Kaiser Karl VII. (1742) wurde der Name in Sacri Romani Imperii Academia Caesarea Leopoldino-Carolina Naturae Curiosorum bzw. in Kaiserlich Leopoldinisch-Carolinische Deutsche Akademie der Naturwissenschaftler geändert. Seit 1878 ist aufgrund einer Initiative des damaligen Präsidenten Hermann Knoblauch die Stadt Halle an der Saale der Sitz der Leopoldina. Zuvor war der Sitz durch den Wohnort des jeweiligen Präsidenten bestimmt. Ausschlaggebend für Halle war auch das Renommee der Martin-Luther-Universität. Seit ihrer Gründung förderte die Leopoldina zahlreiche Wissenschaftler, darunter allein 170 Nobelpreisträger wie Marie Curie und Albert Einstein.[2] Am 19. November 2007 gab Bundeswissenschaftsministerin Annette Schavan bekannt, dass die Leopoldina zur Deutschen Akademie der Wissenschaften ernannt werden soll. Durch ihr internationales Ansehen sei die Leopoldina prädestiniert, Deutschland im Kreis der internationalen Akademien zu vertreten.[3] Am 14. Juli 2008 wurde die Ernennung der Leopoldina zur Nationalakademie mit einem Festakt unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler begangen.[4] Die Nationale Akademie der Wissenschaft soll die Zusammenarbeit von Politik und Wissenschaft befördern und intensivieren helfen. In ihrer neuen Funktion wird die Leopoldina je nach Themenbereich vor allem mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) und der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) zusammenarbeiten.[1] Bearbeiten OrganisationIn ihren 15 Statuten war unter anderem festgelegt, dass der Wohnort des jeweiligen Präsidenten immer auch die Geschäftsstelle der Leopoldina sein sollte. Dies wurde erst mit der Einweihung der Bibliothek der Akademie am 23. April 1904 endgültig abgeschafft. Mit diesem Datum wurde auch die Gepflogenheit aufgegeben, sich einen Gesellschaftsnamen zu geben. Finanziert wird die Einrichtung heute zu 80 Prozent durch den Bund und zu 20 Prozent durch das Land Sachsen-Anhalt. Zu Mitgliedern werden hervorragende Gelehrte aus aller Welt gewählt. Neben Naturwissenschaftlern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz stammt ein Drittel ihrer Mitglieder aus 27 weiteren Ländern weltweit. Während der Zeit der deutschen Teilung war die Leopoldina die einzige Wissenschaftlerorganisation, die einheitlich weiterbestand. Nach ihrer Satzung hat die Leopoldina unter anderem folgende Aufgaben: „die Förderung der Forschung in internationaler Zusammenarbeit ihrer Tradition nach zum Wohle der Menschen und der Natur, unter anderem durch Veranstaltung wissenschaftlicher Versammlungen, Veröffentlichung der erarbeiteten Ergebnisse, Unterhaltung eines wissenschaftlichen Archivs und einer wissenschaftlichen Bibliothek, Verleihung von Auszeichnungen und Preisen unter anderem zur Förderung junger Wissenschaftler.“ Die Wahl zum Mitglied in der Leopoldina gilt für Naturwissenschaftler als eine der höchsten Auszeichnungen, die eine deutsche Institution vergibt. Daneben gab und gibt es noch verschiedene Ehrungen, welche die Leopoldina zu vergeben hatte:
Bearbeiten Präsidenten der Akademie(mit Amtszeit und Akademienamen)
Bearbeiten Literatur
Bearbeiten Siehe auchBearbeiten Weblinks
Bearbeiten Einzelnachweise
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